Gemeinde Reute

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Siedlung "Reuden"

Dem Namen nach könnte die Siedlung "Reuden" um 700 entstanden sein, als der Landausbau Gebiete erfasste, die man zuvor wegen ungünstiger Bedingungen gemieden hatte.

Reute im Mai
Reute im Mai

Im Jahr 772/773 n. Chr. dann endlich eine erste schriftliche Kunde. Diese Urkunde wurde im 5. Jahr des Königs Karl (des Großen), d.h. zwischen dem 9.10. 772 und dem 8. 10 773, im Kloster Lorsch verfasst.

Sie dokumentiert eine Schenkung des fränkischen Gaugrafen Buho unter Abt Gundeland und König Karl an das Kloster. Im Text werden die Güter in verschiedenen Orten und auch….in Reuden genannt. Diese Schreibweise ist eine Pluralform und deutet an, dass es mehrere Flurstücke mit dieser Bezeichnung gegeben hat.

Im Jahr 993 übergibt Graf Birchtilo seiner Klostergründung in Sulzburg Besitzungen, darunter auch ein Ruithin. Um 1008 wird Ruthin als einer der Grenzorte des bischöflichen baslischen Wildbannes im Breisgau genannt.

1147 Papst Eugen III bestätigt dem Priorat in Cella (St. Ulrich) unter anderem den Besitz eines (curtis) Hofes in Ruithin. Erst die Bezeichnung "eines Hofes" deutet klar auf eine Ansiedlung hin, während dies vorher nicht eindeutig ist.

Die Bedeutung der Ortsbezeichnung Reute kann mit der Tätigkeit der Urbarmachung erklärt werden und steckt auch  in dem heute noch üblichen Wort "roden". Es gibt über hundert Ortsangaben dieser Bezeichnung im süddeutschen Raum.

Eine nach Reute benannte Adels- bzw. Ministerialfamilie ist nicht nachweisbar. Möglicherweise nannten sich nach Reute einzelne Angehörige der Snevelin.

Urkunden, in denen von unserem Ort die Rede ist:

1247 bestätigt Papst Innozenz IV dem Kloster Günterstal den Besitz eines Hofes (grangia) in Ruthi.
1292 die Witwe Junte, von Konrad Snevelin, "des Jungen" übergibt dem Kloster Günterstal ihren Besitz "zu obern und ze nidern Rüti."
1343 Agnes von Eggerich, die Witwe des Herrn Snewli von Wiesneck, übergibt dem Kloster Günterstal Güter ze Rüti in den Stoekken.

Kirche in Unterreute

U.L. Frau vom Rosenkranz
U.L. Frau vom Rosenkranz

Unterreutemer Kirche U.L. Frau vom Rosenkranz (ehem. St. Barbara, Felix und Regula).
1244 wird erstmals ein Pfarrer, H. plebanus de Ruiti, in Reute und 1260 wird er als Hugo, Chorherr von Zürich und Pfarrer der Kirche von Reute benannt.

Dieser Hugo wird 1257 als Chorherr an St. Felix und Regula, dem Großmünster in Zürich, nachweisbar und hat wahrscheinlich die Verehrung der beiden Heiligen erst in Reute eingeführt.

Zwei geschnitzte Holzfiguren, St. Felix und Regula, welche dem Meister H.L., dem Schöpfer des Altars in Breisach, zugeschrieben werden, stehen in der Kirche in Oberreute.

Wann die erste Kirche hier in dieser nassen Nachbarschaft zur Glotter entstanden ist, wissen wir nicht, sicher sagen lässt sich nur, dass es schon vor der Ersterwähnung einen Kirchenbau gegeben haben muss, da einige Fundamente und Wandteile im Bereich des Turmes und des Chores aus romanischer Zeit stammen.

Vermutungen gehen bis in das Jahr 1.000. Der Kirchenraum wurde in gotischer Zeit erstellt, in den im Barock die größeren Fensteröffnungen angelegt wurden.

Als Stifter eines kostbaren spätgotischen Hochaltars gilt die Familie des Konrad Stürzel von Buchheim, des mit der Universität Freiburg eng verbundenen Erz- und Hofkanzlers des Kaisers Maximilian, zu deren Ortsherrschaften Reute gehörte.

Der heutige Altar stammt aus dem Barock. Eine St. Barbara-Glocke stammt von 1495, noch vor der Gründung der Barbara-Bruderschaft um 1594.

Weit umfangreichere schriftliche Informationen können wir den so genannten Berainen aus dem 14. Jh., das sind in dem Fall Aufzeichnungen von Besitzungen  der Klöster Günterstal, St. Ulrich und St. Blasien in Reute, entnehmen.

In diesen Berainen werden nicht nur die einzelnen Lehen sondern auch Orte und die Größe der Gemarkung angegeben, so dass wir uns eine ziemlich genaue Vorstellung davon machen können.

Die Größe der mittelalterlichen Gemarkung entsprach schon damals, abgesehen von der Au, dem der heutigen Gemarkung. Anhand der genannten Höfe und der Größe der zu bearbeitenden Grundstücke kann die damalige Einwohnerzahl ziemlich genau errechnet werden, es könnten zwischen 256 und 268 Einwohner gegeben haben, also rund 300 Leute.

1368 wurde Freiburg und dann auch Reute habsburgisch, und so wurden die Reutemer "Österreicher".

1448 erscheint Hans von Landeck "der Ältere" in Reute als Obrigkeit, er besaß die Nieder- und die Hochgerichtsbarkeit.
1415 Vörstetten, Denzlingen und Wasser gehören zu den Markgrafen von Baden und
1465 folgten ihnen Teningen, Nimburg und Bottingen. Dies hatte zur Folge, dass Reute völlig von markgräflichem Territorium umgeben war, wir befanden uns isoliert im badischen "Ausland". Aus den Gemarkungsgrenzen wurden Landesgrenzen. Reute schloss sich enger an Freiburg an und wurde Universitäts-Versorgungsort. Der snevelinische Gutshof wurde Widdumshof und der snevelinische Zehnt nebst den Einkünften der Klöster fiel an die Universität. Aus der Zeit stammt auch die, leider in den siebziger Jahren abgerissene, Zehntscheune in Unterreute aus dem Jahr 1563.

1491 verkauft David von Landeck zu Wiesneck, der über seine Verhältnisse gelebt hatte, Reute und die Marchdörfer an den Hofkanzler Dr. Conrad Stürzel, Hofkanzler Kaiser Maximilians I.
1524 die Reutemer beteiligen sich am Bauernkrieg.

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