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650-Jahr-Feier in der Partnergemeinde Walthersdorf

BM Michael Schlegel überreicht seinem Kollegen Sebastian Martin symbolisch die
BM Michael Schlegel überreicht seinem Kollegen Sebastian Martin symbolisch die "Walthersdorfer Straße" Bild: Christine Wagler
Delegation aus Reute besucht das Erzgebirge

Offiziell seit 1996 verbinden die Gemeinden Walthersdorf im ehemaligen Landkreis Anaberg-Buchholz und Reute eine Gemeindepartnerschaft, wobei die ersten Kontakte bis in das Jahr 1990 zurückgehen. Folgerichtig war, dass eine Delegation des Gemeinderates unter der Führung von Bürgermeister Michael Schlegel auf Einladung aus dem Erzgebirge zum 650. Geburtstag der Partnergemeinde nach Sachsen reiste.
 
Gebührend gefeiert wurde mit einem großen Festwochenende vom 9. bis 11. Juni 2017. Auf Einladung der dortigen Gemeinde hatte auch der Akkordeon-Club seine Instrumente gepackt und so trat man zusammen mit den Gemeindevertretern und einer Abordnung der FFW Reute den rund 600 Kilometer langen Weg in die ehemals `Neuen Bundesländer´ an, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Doch über das Wochenende wurde nicht nur gefeiert. Auch standen diverse kulturelle Aktivitäten auf dem Programm.
 
Am Freitagmorgen besichtigten die Gemeindedelegation und die FW-Vertreter den sog. Rosenbuschstollen, ein ehemaliges Silberbergwerk, das von einer kleinen Gruppe ehrenamtlicher Helfer wieder aufbewältigt wurde. Ein eindrucksvoller Einblick in die mühsame Arbeit unter Tage aus früheren Jahrhunderten.
 
Am Abend fand die zentrale Festveranstaltung zum Gemeindejubiläum statt. Neben den regionalen Bundes- und Landtagsabgeordneten, machten Landrat Frank Vogel sowie zahlreiche Vertreter der Nachbargemeinden ihre Aufwartung.
 
Im Namen der Partnergemeinde Reute überbrachte Bürgermeister Michael Schlegel die herzlichsten Glückwünsche zum stolzen Gemeindejubiläum. Im Festzelt mit dabei verfolgte die 20-köpfige Delegation des Gemeinderates und der Feuerwehr Reute die denkwürdige Veranstaltung.
 
In seiner Ansprache ging BM Schlegel auf das Zustandekommen und die Tatsache ein, dass die langjährige Partnerschaft bis heute intensiv gelebt wird. „Was eine Gemeinde ausmacht, woran sie sich orientiert, das bestimmen ihre Bewohner. Die Geschichte einer Gemeinde wird natürlich von der großen Politik geprägt, aber nicht allein, sie ist zuallererst die Geschichte ihrer Bürgerinnen und Bürger. (…) Engagement entsteht aus Verbundenheit. Und das war das unsichtbare verbindende Element, das Walthersdorf und Reute nach der Wende zusammengeführt hat. (…) Bei Ihnen wie bei uns in Reute gab es eine frühe intensive Bindung zur Kirche, beide Gemeinden waren noch weit ins letzte Jahrhundert hinein landwirtschaftlich geprägt und der Zusammenhalt sowie die Gemeinschaft sind in beiden Gemeinden bis heute ein wertvolles Gut. (…) Heute können wir feststellen, dass die Erwartungen, die damals gehegt wurden, sich mehr als erfüllt haben, auch wenn, oder gerade sogar weil Walthersdorf heute nicht mehr eigenständig ist“. (Anmerkung der Redaktion: Walthersdorf wurde 1999 nach Crottendorf eingemeindet. Im Rahmen der sog. Zweiten Gebietsreform entstand 2008 aus den vier Altlandkreisen Annaberg, Aue, Mittlerer Erzgebirgskreis und Stollberg der heutige Erzgebirgskreis. Er ist einer von zehn Landkreisen im Freistaat Sachsen und mit ca. 350.000 Einwohnern der einwohnerreichste Landkreis Ostdeutschlands. Kreis- und Hauptsitz der Verwaltung ist Annaberg-Buchholz.)
 
Von Beginn an, so BM Schlegel weiter, seien alle Begegnungen von einer besonderen Herzlichkeit gewesen. Es sei von Anfang an eine Partnerschaft "auf Augenhöhe" gelebt worden, an der auch die Eingemeindung nach Crottendorf nichts verändert habe.
Über ein Zitat aus der Partnerschaftsurkunde kam der Bürgermeister schließlich zur Übergabe des „symbolischen Geschenkes“ in Form eines Straßenschildes.
 
„Die Gemeinde Reute wird als bleibendes Zeichen der Verbundenheit und Freundschaft in der `Neuen Ortsmitte´ eine zukünftige Erschließungsstraße nach der Gemeinde Walthersdorf in `Walthersdorf Straße´  benennen. Ein Zusatzschild wird auf unsere Gemeindepartnerschaft hinweisen“, erläuterte er unter zunehmend frenetischem Applaus der einheimischen Festgäste, bevor dann nach weiteren Ansprachen der Abend bei Musik ausklang.
 
Der Akkordeon-Club war unterdessen am Freitagmorgen nach Dresden gefahren und besichtigte bei hochsommerlichen Temperaturen die Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen. Bei einem zweistündigen Rundgang in der Altstadt ging es vom Zwinger bis zur Frauenkirche.
 
Sein „Geburtstagsständchen“ in Form eines umjubelten Konzertes gab der Akkordeon-Club am Samstagnachmittag. Zwei Stunden lang unterhielten die Musikerinnen und Musiker die Festbesucher und wurden nicht ohne unzählige Zugaben von der Bühne gelassen.
 
Von Pop- und Rocksongs bis zu Balladen spannte sich der musikalische Bogen. Die Zuhörer waren begeistert und erstaunt, vor allem bei Stücken wie „Afrika“ von Toto oder Queen-Hits wie „Under Pressure“ und „We are the champions“. „Ganz schön mutig, das auf dem Akkordeon zu spielen“, lautete ein Kommentar oder „Wahnsinn, was ihr alles aus euren Instrumenten herausbekommt!“ Die Begeisterung und Fassungslosigkeit waren deutlich spürbar. Aber auch die große Freude, als das Hauptorchester des Akkordeon-Clubs unter Florian Siegel den Marschblock einleitete. Traditionell und regional wurde es als die Musiker die Erzgebirgs-Lieder „Deitsch und frei wolln mer sei!“ (Anmerkung der Redaktion: die Regionalhymne des Erzgebirges vergleichbar dem Badnerlied) und „Dr Vugel-beerbaam“ anstimmten. Das gesamte Publikum erhob sich von den Bierbänken und sang andächtig mit. Große Begeisterung. Mit Beifallstürmen quittierten die Zuhörer ihr Gefallen. Als dann noch das Steigerlied „Glück auf, Glück auf“ gespielt wurde waren die Festbesucher total aus dem Häuschen.
 
Um viele Eindrücke reicher stand am Sonntag für alle Mitgereisten die gemeinsame Heimfahrt auf dem Programm. Reute wurde gegen 21:00 Uhr am Abend erreicht, wo ein ereignisreiches Wochenende seinen Abschluss fand. Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sei für die würdige Vertretung der Gemeinde Reute an dieser Stelle herzlich gedankt.
 
 
Text:
Katharina Bächle
Michael Schlegel
Der Akkordeonclub Reute rockt das Erzgebirge?      Bild: Katharina Bächle
Der Akkordeonclub Reute rockt das Erzgebirge? Bild: Katharina Bächle

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