Gemeinde Reute

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Protokoll der 1. Energiewerkstatt am 20.04.2016

Zur Einleitung des Workshops stellte der Projektleiter seitens der badenova, Marc Krecher, die Bausteine des Klimaschutzkonzepts vor. Das Ziel des Klimaschutzkonzepts sei es, den Leitgedanken „Global denken – lokal handeln“ mit Leben zu füllen. Er präsentierte die Ergebnisse der Energiepotenzialstudie, welche im Jahr 2015 für die Gemeinde erstellt wurden. Diese sind die Grundlage für die weitere Bearbeitung des Konzepts und für die Maßnahmenentwicklung.

Im privaten Sektor, der in Reute den höchsten Anteil am Energieverbrauch hat und die meisten Treibhausgasemissionen aufweist, müssen die Klimaschutzmaßnahmen vor allem bei der Gebäudesanierung und bei der Wärmeversorgung ansetzen, da dort die größten Einsparpotenziale bestehen. Ein großer Anteil der Heizungsanlagen wird in Reute noch mit Heizöl und auch mit Strom betrieben, obwohl das Gasnetz bereits gut ausgebaut ist. Auch im Handlungsfeld Strom aus Photovoltaik kann ein enormes Erzeugungspotenzial abgerufen werden. Hierzu wird viel Öffentlichkeitsarbeit nötig sein. Die Kommune selber weist relativ betrachtet nur geringe Emissionen auf, hat aber gesetzlich vorgeschrieben ihre Vorbildfunktion zu erfüllen. Dennoch sollte auch hier unter wirtschaftlichen Betrachtungen gehandelt werden. Im Gewerbe dominiert in Reute ein großes Unternehmen, welches auf dem Gebiet des Klimaschutzes bereits sehr vorbildlich agiert, was aber nicht
bedeutet, dass dort nicht vielleicht weitere Potenziale bei der Energieeinsparung bestehen. Auch im sonstigen Gewerbe können Energieeffizienzmaßnahmen dazu beitragen, vor allem den  Stromverbrauch, der für einen erheblichen Teil der CO2-Emissionen verantwortlich ist, zu senken.

In der Energiepotenzialstudie, die für Reute von der badenova erstellt wurde und die öffentlich über die Gemeinde zugänglich ist, wurden alle Potenziale betrachtet und die wichtigen Handlungsfelder dargestellt. Mit der Energie- und CO2-Bilanz kann zudem später aufgezeigt werden, mit welchem quantitativen Erfolg das Klimaschutzprojekt durchgeführt wurde. Das Konzept ist nur ein Teil eines gesamten Klimaschutzprojektes, bei dem es darum geht, Klimaschutz systematisch und kompetent in der Kommune durchzuführen und dies nicht dem Zufall zu überlassen. Die Bundes- und die Landesregierungen haben sich sehr herausfordernde Ziele gesetzt.

So sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 ca. 25 % der Treibhausgasemissionen eingespart werden. Dieses Ziel ist aber ohne einen systematischen Ansatz nicht zu schaffen. So will z.B. der Bund die Gebäudesanierungsquote auf ca. 2 % pro Jahr erhöhen. Zurzeit liegt diese Quote bei durchschnittlich 0,8 %. Ohne zusätzliche Maßnahmen ist eine Erhöhung allerhöchstens zufällig möglich.

Das Klimaschutzprojekt beinhaltet daher ein klassisches Management mit drei Phasen:

1. Die Analyse (Energiepotenzialstudie):
Wie sieht die Energie- und CO2-Bilanz der Gemeinde aus? Welche Potenziale bietet die Gemeinde
hinsichtlich Energieeinsparung, Energieeffizienz und Energieträgerwechsel?

2. Das Konzept mit der Erstellung von Klimaschutzmaßnahmen:
Welche Klimaschutzmaßnahmen lassen sich in der Gemeinde durchführen, wieviel sparen
sie an Emissionen ein und welchen Konsens finden diese Maßnahmen in der Gemeinde?
Wie sollen oder können die beschlossenen Maßnahmen durchgeführt werden?

3. Die Umsetzung der Maßnahmen:
Welche Strukturen werden aufgebaut, um die Maßnahmen umsetzen zu können? In welchen
Abständen wird die Umsetzung kontrolliert? Was können die Bürger der Gemeinde
konkret selber tun, um die Maßnahmen umzusetzen?

Wie geht’s weiter?
Die Ideensammlung aus der ersten Energiewerkstatt wird von Seiten der badenova Klimaschutzberater weiter ergänzt und dem Gemeinderat am 12. Mai 2016 vorgestellt. Die Gemeinderäte werden hierbei aufgefordert, die ausformulierten Ideen auf Basis ihrer persönlichen Einschätzung nach Prioritäten zu bewerten. Die Ergebnisse der Priorisierung werden den Bürgern in der zweiten Energiewerkstatt, die voraussichtlich im Juni 2016 stattfinden wird, vorgestellt. Dort haben die Teilnehmer die Möglichkeit, die hervorgehobenen Klimaschutzmaßnahmen hinsichtlich der notwendigen Handlungsschritte zu konkretisieren.

 

 

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